Zwei Jahre nach dem Mord an Micha – noch immer keine Gerechtigkeit
- Kevin Schößler
- 10. Aug.
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Wittlich - Es ist inzwischen zwei Jahre her, dass die Säubrennerkirmes in Wittlich von einem Verbrechen überschattet wurde, das das Leben einer Familie für immer veränderte. In jener Augustnacht wurde der 28-jährige Micha durch mehrere Messerstiche tödlich verletzt. Der Tatverdächtige: ein in Deutschland stationierter US-Soldat.
Was für viele zunächst nach einem eindeutigen Fall aussah, entwickelte sich schnell zu einem juristischen Albtraum. Noch in der Tatnacht gestand der US-Soldat gegenüber der deutschen Polizei die tödlichen Stiche. Doch aufgrund des NATO-Truppenstatuts lag die strafrechtliche Zuständigkeit nicht bei einem deutschen Gericht, sondern bei der US-Militärjustiz.

Als es zum Prozess kam, wurde das Geständnis nicht als Beweismittel zugelassen. Für die Angehörigen unbegreiflich – für das Militärgericht jedoch ein formaler Grund, den Angeklagten freizusprechen. Der Freispruch bedeutete für Michas Familie einen weiteren schmerzhaften Schlag: Der Mann, den sie für den Mörder ihres Sohnes halten, läuft seither frei herum.
Seitdem kämpfen die Hinterbliebenen um Anerkennung und Gerechtigkeit. Zwei Jahre voller Anträge, Gespräche mit Anwälten, öffentlichen Appellen – und doch ohne Ergebnis. „Wir haben nicht nur Micha verloren, sondern auch das Vertrauen in die Gerechtigkeit“, sagte die Familie des Opfers in einem Interview gegenüber unserer Redaktion.

Auch die Stadt Wittlich leidet unter den Folgen der Tat. Die Säubrennerkirmes, jahrzehntelang ein Fest der Freude, trägt seit jener Nacht einen Schatten mit sich. Für viele Besucher ist das tragische Geschehen präsent, jedes Jahr, wenn die Lichter wieder angehen.

Zwei Jahre sind vergangen, doch für Michas Familie steht die Zeit still. Der Schmerz ist geblieben – und die Hoffnung, dass es eines Tages doch noch Gerechtigkeit gibt.

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