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In stillen Gedanken: Ein Jahr nach dem Hotel-Einsturz in Kröv

Foto: Kevin Schößler
Foto: Kevin Schößler

Ein Jahr nach dem Hotel-Einsturz in Kröv: Die Wunden bleiben offen


Kröv – Es war eine stille Sommernacht an der Mosel, die sich binnen Minuten in eine Tragödie verwandelte. Am 6. August 2024 stürzte in Kröv ein Hotel teilweise ein. Zwei Menschen verloren ihr Leben, sieben weitere wurden verletzt. Heute, ein Jahr später, liegt ein Schatten über dem Ort – die Erinnerungen sind präsent, die Erschütterung spürbar, die Wunden längst nicht verheilt.


Der Einsturz erschütterte nicht nur das Gebäude, sondern auch das Gefüge der Gemeinschaft. Neun Menschen wurden verschüttet, sieben konnten mit einem großem Einsatz aus den Trümmern gerettet werden. Stundenlange Rettungsarbeiten forderten von den Einsatzkräften alles ab. Für viele von ihnen war es nicht nur ein physisch, sondern auch psychisch fordernder Einsatz, der Spuren hinterlassen hat.


Besonders tragisch: Der Hotelbesitzer war unter den Toten. Erst nach fast 24 Stunden konnte seine Leiche geborgen werden. Die Umstände des Unglücks sind weiterhin Gegenstand von Ermittlungen. Ein vom Gericht bestellter Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass mögliche statische Mängel vorlagen – nun wird gegen einen Statiker ermittelt.


Unter den Geretteten befand sich eine niederländische Familie, die während ihres Urlaubs in Kröv verschüttet wurde. In einer emotionalen Geste der Dankbarkeit benannten sie ihren neugeborenen Sohn nach einem der Helfer, der maßgeblich an ihrer Rettung beteiligt war.


Noch immer erinnern Blumen vor der Reichsschenke an die Opfer. Die Trümmer des Gebäudes stehen zum Teil noch – stumme Zeugen eines Abends, der den Ort veränderte. Die Ursache des Einsturzes bleibt zunächst noch unklar, doch das Bedürfnis nach Aufklärung und Gerechtigkeit ist groß.


Foto: Kevin Schößler
Foto: Kevin Schößler

Heute, genau ein Jahr danach, ist es ein Moment des Innehaltens. Für die Verstorbenen, für die Überlebenden, für die Angehörigen – und für die Helfer, deren mutiger Einsatz Leben rettete. In Kröv wird das Geschehene nicht vergessen. Es hat sich tief eingebrannt in das kollektive Gedächtnis eines Ortes, der noch lange brauchen wird, um wieder zur Ruhe zu finden.


Quelle:

Kevin Schößler

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